Die Geschichte von Sarajevo
 
Das europäische Jerusalem

Die Entstehung dieser Stadt ist weder durch Geschichten oder Mythen noch Legenden verdunkelt. Sie verdankt ihre Gründung Isaberg Ishakovic und dem großen Wohltäter Gazi Husrevberg, der dieser Stadt ihre erkennbaren Umrisse gab. Diese zwei haben ihre Weisheit und ihren Reichtum nicht für trivale Werke verschwendet, sondern sie bauten Brücken und Mühlen, Bäder und Wasserwerke, Moscheen und Tekkien, Gasthäuser (Han) und Karavansereien und all das mit der klaren Absicht, eine Stadt zu entwickeln.

Während Europa den göttlichen Aufstieg der Renaissance verspürte, gab es hier nur drei oder vier Dörfer irgendwo zwischen den Bergen Hum und Trebevic. Damals wurde es das Goldene Tal genannt. Der Westen war damals durch das Voranschreiten des Okzidents und den Hass gegen die Häretiker sowie durch den von den bekannten Genies geschriebenen Büchern, den merkwürdigen venezianischen Spiegel. Textilien, Murano-Gläser, deutsche Kanonen und zuverlässige nierderländische und englische Güter geprägt. Doch all dies hat die Menschen hier nie erreicht, schmückte jedoch die Schlösser des bosnischen Adels ...

Falls man ihre Klarheit nicht beachtet, kann etwas Südländisches in der Filigrankunst der Goldschmiede in Sarajewo finden. Dieses adlige Handwerk entstammte ursprünglich der Küste, vor allem der Stadt Dubrovnik. Man kann auch etwas Südländisches in den Büchern, Dokumenten, musikalischen Leitmotiven und in der Malerei finden – etwas aus Erinnerung, Sehnsucht oder einem Traum.

Hier stoßen die Weltrichtungen zusammen und, man kann darauf wetten, dass sie hier ihren Frieden miteinander und für alle Zeit geschlossen haben.

Sarajevo Heute

Sarajevo ist heute die Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina und mit rund 350.000 Einwohnern auch das kulturelle, wirtschaftliche und gesellschaftliche Zentrum. Die Stadt ist ein Ort der Begegnung orientalischer und westlicher Kultur. Eindrucksvolle Architektur verschiedener Zeitepochen prägen das Stadtbild. Im Krieg nahezu unzerstört erhalten ist das Zentrum der Stadt, die Bascarsija, die Altstadt. Diese orientalische Altstadt mit Moscheen, serbisch-orthodoxer Kirche und Synagoge, mit zahlreichen Museen, Galerien und Bibliotheken ist zweifellos eine der eindruckvollsten Sehenswürdigkeiten Sarajevos.

Landschaftlich sehr schön liegt die Stadt an den Hänger des Berges Trebevic, umrahmt von den Bergmassiven Bjelasnica, Jahorina und Romanija. Der Fluss Miljacka durchzieht sie malerisch.

1984 war Sarajevo Austragungsort der XIV. Olympischen Winterspiele.

Während des Krieges zwischen den Ländern des ehemaligen Jugoslawien von 1992 bis 1995 war Sarajevo 3 Jahre lang belagert und praktisch von der Außenwelt abgeschnitten.

Für die Menschen in Sarajevo brachte diese Zeit große Not, viel Elend und Leid. Für die Stadt erhebliche Zerstörungen und noch bis in die heutige Zeit große wirtschaftliche Probleme. Vieles ist aber wieder aufgebaut und Sarajevo ist wieder eine multikulturelle, lebendige und sehr schöne Stadt.

 
Informationen zur Geschichte der Partnerschaft

OMER MASLIC

Unser bedeutendstes Wiederaufbauprojekt im Rahmen der humanitären Hilfe war der Wiederaufbau des ambulanten Gesundheitszentrums „Omer Maslic. Die Geschichte dazu:

Im Mittelpunkt der Bemühungen, den Wiederaufbau zu unterstützen, stand die Sanierung des Gesundheitszentrums "Omer Maslic" mit Haushalts- und Spendenmittel. Der Gemeinderat hatte hierfür am 14.10.1996 Mittel in Höhe von 807.496 DM genehmigt.

Nach einigen Verzögerungen konnten die Bauarbeiten im August 1997 beginnen. Das Freiburger Architekturbüro Baugesellschaft mbH, welches eine Tochterfirma in Sarajevo unterhält, wurde mit dem Baukosten- und Qualitäts-Controlling beauftragt, was auch im Vertrag über dieses Projekt vom 26.06.1997 festgelegt wurde.

Um die Finanzierung für das gesamte Projekt (Sanierung Altbau und Neubau) mit Kosten in Höhe von ca. 2,5 Mio. DM zu ermöglichen, wurden bei der EU Fördermittel von 1,25 Mio. DM beantragt. Inzwischen hat die EU-Kommission eine finanzielle Förderung von 600.000 ECU zugesagt, die Auszahlung dieses Betrages steht bis dato jedoch noch aus.

Die Sanierungsarbeiten sollten bis Mitte 1998 abgeschlossen und die Klinik danach wiedereröffnet werden.

Die Klinik „Omer Maslic” wurde anläßlich der Bürgerreise nach Sarajevo im Mai 2000 am 5. Mai offiziell übergeben und am 6. November 2000 voll ausgestattet in Betrieb ge-nommen.

Finanziert wurden von der Stadt Friedrichshafen und der EU zusammen 1.919.255,22 DM (Stadt: 862.512,77 DM; EU 1.056.742,45 DM)

Danach wurde von uns die Zielsetzung vorgegeben, die auch der Arbeitskreis so gesehen hat, dass nach Abschluss des Projekts „Omer Maslic” die humanitären Hilfsaktionen nach Sarajevo weitgehendst abgeschlossen sind und man sich verstärkt wieder auf die eigent-lichen Ziele einer Städtepartnerschaft konzentrieren sollte, nämlich die Zusammenführung von Menschen und die Förderung persönlicher Kontakte.

Dabei war in den Jahren nach dem Krieg viel Neuaufbau zu leisten. Viele persönliche Kontakte existierten nicht mehr. Verbindungen waren abgebrochen . In Sarajevo fehlte es Allen an finanziellen Mitteln. Austausch war schwierig.

Der Schüleraustausch war die beständigste Einrichtung. Bereits 1996 gab es wieder die erste Begegnung nach dem Krieg. Seither ununterbrochen jedes Jahr in Sarajevo und in Friedrichshafen.

Gründung des Partnerschaftsverein „Pro Sarajevo“ nach der ersten Bürgerreise nach dem Krieg im Jahr 2000.

Unsere Partnerschaft wurde 2001 mit dem Kulturpreis der europäischen Regionen der europäischen Kulturstiftung ausgezeichnet.

Feier des 30 jährigen Partnerschaftsjubiläums 2002 in FN. 100 Gäste aus Sarajevo. 2003 Feier in Sarajevo.

Weitere Hilfsaktionen für das Waisenhaus „Bjelave“, für „Omer Maslic“, für Entminungs-aktionen, Int. Jugendzentrum

Nachhaltige Kontakte erhoffen wir uns neben dem Schüleraustausch durch Austausch der Musikschulen

• Austausch der Sportvereine VfB FN und Olimpik Sarajevo

• Austausch der Jugendzentren „Molke“ und Int. Jugendzentrum Sarajevo

• Kontakte des Jugendrates

• Kontakte der Zeppelin University und der Universität Sarajevo

Wirtschaftliche Hilfe ist zwar erwünscht, von uns aber kaum realisierbar. Einige Versuche wurden gemacht, sind aber erfolglos gewesen.

Grundsätzliche Zielsetzungen der Partnerschaft

Klare Zeichen gegenüber Sarajevo geben, dass die Stadt von uns trotz ihrer schwierigen Situation nicht vergessen ist.

Die keineswegs selbstverständliche Partnerschaft in beiden Städten den Menschen noch mehr bewusst machen. Dazu gehört eine offensive Öffentlichkeitsarbeit und eine Beteiligung der Öffentlichkeit an partnerschaftlichen Veranstaltungen auf beiden Seiten.

Möglichst viele Menschen beider Städte durch möglichst viele Begegnungen zusammenbringen, um persönliche Kontakte aufzubauen.

Verstärkte Förderung von Begegnungen, die zu nachhaltigen Beziehungen führen.

Fokussierung unserer Hilfe auf das Gesundheitszentrum „Omer Maslic“, weil das quasi unser „Kind“ ist, mit dem wir uns identifizieren und über das wir auch in Sarajevo am stärksten wahrgenommen werden.

Ausbau der selbstständigen Aktivitäten von „Pro Sarajevo“. Mehr eigenständiges Engagement – insbesondere der Vorstandsmitglieder.